Diesseits des Himmels beginnt eine
Brücke, die Regenbogenbrücke genannt wird. Wenn ein Tier stirbt, das
in seinem irdischen Leben ganz besonders eng mit einem Menschen
verbunden war, dann geht es zu dieser in allen Farben leuchtenden
Regenbogenbrücke und findet diesseits ein Paradies: Wiesen, Hügel,
Täler, Wälder - für jedes Tier findet sich die richtige Umgebung. Es
gibt Futter, Wasser und reichlich Sonnenschein. Alle Tiere fühlen
sich warm und geborgen.
Jene Tier, die alt oder krank die
Erde verließen, bekommen ihre Jugend und Gesundheit zurück, die
verletzten oder verstümmelten Tiere werden wieder stark und
vollständig. Die Tiere sind glücklich und zufrieden - mit Ausnahme
einer Kleinigkeit: Jedes von ihnen vermisst jemanden - einen
Menschen, den es zurücklassen musste.
Und so spielen und toben sie Tag für
Tag miteinander - bis plötzlich eines von ihnen innehält und den
Blick in die Ferne richtet. Seine Augen werden wachsam, der Körper
beginnt zu beben. Dann löst es sich plötzlich von der Gruppe, rennt
über das grüne Gras, wird schneller und schneller. Es hat DICH
entdeckt, und wenn Ihr Euch trefft, feiert Ihr ein glückliches
Wiedersehen und wisst, dass nichts mehr Euch wieder trennen kann.
Und dann überquert Ihr gemeinsam die
Regenbogenbrücke...
"Wenn Du bei Nacht den Himmel
anschaust, wird es dir sein, als lachten alle Sterne, weil ich auf
einem von ihnen wohne, weil ich auf einem von ihnen lache. Du allein
wirst Sterne haben, die lachen können! [...]
Und wenn Du Dich getröstet hast,
wirst Du froh sein, mich gekannt zu haben. Du wirst immer mein
Freund sein. Du wirst Lust haben, mit mir zu lachen. Und du wirst
manchmal dein Fenster öffnen, gerade so, zum Vergnügen... Und deine
Freunde werden sehr erstaunt sein, wenn sie sehen, dass du den
Himmel anblickst und lachst."
(Saint-Exupéry, Antoine de: Der
kleine Prinz. 50. Auflage. Düsseldorf: Karl Rauch Verlag 1996. S. 84
f.)